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Kritik – Das Web 2.0 und Facebook

24.07.2009 | Das Privacy-Paradox: Je anonymer der Konzern, desto privater die Daten.

„Das Web 2.0 ist ein grosses Versprechen – das eingehalten wurde. Gemeint ist damit das Mitmach-Web, das Medium, in dem sich die ganze vernetzte Welt in Echtzeit austauschen kann, in Blogs, Foren, Wikis, Kontaktseiten und Mailing-Listen. So viel Austausch war noch nie, so schnell wurde Wissen zu keiner Zeit um die Welt geschickt. Die globale Verbreitung von Knowledge in Echtzeit ist nach Peter Sloterdijk gar ein bestimmendes Merkmal unserer Zeit.

Wie in anderen Branchen haben sich auch hier im Web 2.0 schnell Monopole gebildet. Mit über 200 Millionen Mitgliedern ist Facebook die grösste ‚Social Networking Site‘, und die Mitgliederzahlen verdoppeln sich mittlerweile in Abständen von acht Monaten. Obwohl damit Facebook einer der grössten Konzerne der Welt ist, bringen ihm seine Mitglieder mehr Vertrauen entgegen als ihrem eigenen Nachbarn. Wie umfassend der Datenhunger ist, wollen wir hier anhand von 7 Punkten aufzeigen.“

Quelle: Mike S. Krischker -> http://webdesign-schweiz.ch/kmu-tipp.php?tippId=53
Zugriff: 16.08.2010

„1. Name, Vorname, Geburtsdatum

Bei der Anmeldung fragt Facebook nicht nach einem Pseudonym, wie bei anderen Foren üblich, sondern nach dem echten Namen. Das Geburtsdatum lässt sich vor den anderen Usern verbergen, doch Facebook interessiert sich schon dafür, ’sowohl als Sicherheitsmassnahme als auch, um die Integrität der Seite zu wahren‘. Das Geburtsdatum wird in der Offline-Welt bekanntlich für Privatverträge gebraucht, zwecks eindeutiger Identifizierung.

2. Alle Freunde einladen

Schon bei der Anmeldung wird einem Gelegenheit gegeben, per Mausklick alle seine bestehenden Kontakte in MSN, AOL, GMX, GMail, YahooMail usw. einzuladen. Sie müssen dazu nur jeweils die Zugangsdaten eingeben, Facebook loggt sich dann dort ein und verschickt an alle Kontakte eine Standard-Nachricht. Würde Ihnen Ihr Nachbar den Zugang zu seinen Mail- und Chatkonten geben? An Facebook vielleicht schon.

3. Wer mit wem

Bei jedem Besuch auf Facebook werden Sie fortan daran erinnert, wie einfach Sie all Ihre (neuen) Kontakte zu Facebook einladen können. Zudem schlägt Ihnen Facebook vor, wen Sie sich neu zum Freund machen könnten, dazu werden Ihnen ständig die Freunde Ihrer bestehenden Freunde vorgeschlagen. So bildet sich bald ein dichtes Netzwerk, in dem jedes Mitglied rund um die Welt indirekt mit jedem anderen Mitglied verbunden ist. Die engsten Freunde sind natürlich die, mit denen auch gechattet und gemailt wird – auch über diese Auswertungsmöglichkeit verfügt Facebook und seine Auftraggeber nach einer Weile.

4. Bild-Upload

Zu diesem Netzwerk mit klar identifizierten Mitgliedern und deren Verbindungen kommen noch Unmengen von Fotos in allen Lebenslagen dazu, sodass pro Mitglied nicht nur eins, sondern oftmals über hundert Portraits vorliegen, die für immer gespeichert bleiben, denn…

5. Löschen geht nicht

Wer seinen Account aus Facebook entfernt, löscht keine Daten. Er markiert sich einfach als ‚inaktiv‘ in der Datenbank. Sämtliche Mails, Chats, Kontakte, Daten, Logins, Kennwörter, Bilder bleiben gespeichert – solange sie für Auftraggeber einen Wert darstellen könnten.

6. Psychologisches Profil

Würden Sie in einem Bewerbungsformular solche Fragen beantworten wie: Lieben Sie Erdbeertörtchen? Welcher Promi gleicht Ihnen? Haben Sie mehr Glück in der Liebe, in der Karriere oder beim Geld? Facebook-User beantworten solche ‚Quizzes‘ rund um die Uhr, aus Neugier und Langeweile.

7. Politisches Engagement

Am 21.12.2008 titelte die Neue Zürcher Zeitung: ‚Die Demokratie geht online: Referenden und Initiativen werden zunehmend im Internet lanciert.‘ Damit war vor allem Facebook gemeint, in dessen Foren sich zuvor viele Tausend User zusammenfanden, um über das Biometriepass-Referendum zu debattieren. Währenddem unsere Volksabstimmungen immer noch anonym erfolgen, lässt sich Facebook von ihren klar identifizierten Mitgliedern nicht nur alle Kontakte, Bilder und Vorlieben geben, sondern auch die politische Gesinnung detailliert in die Datenbank eintragen. Im Zweifelsfall verfügen Terrorbekämpfer zwecks weiterer Nachforschung gleich über die Zugangsdaten zur Mailbox.

Der Rohstoff der Informationsgesellschaft ist Information. Wieviel würde es kosten, von einem grossen Teil der westlichen, konsumtätigen Bevölkerung eindeutig identifizierte Profile mit Bildern, Kontakten, persönlichen Vorlieben, Wachzeiten, Auslandsaufenthalten, politischer Einstellung samt Email-Kennwörtern zu erstellen?

Wie wäre es denn, wenn die grosse Volkszählung völlig freiwillig ablaufen würde? Man stellt nur Datenbank und Interface zur Verfügung, und hundert Millionen Menschen tragen sich ein… Facebook hat dies brilliant hinbekommen. Die Mitglieder vertrauen diesem Konzern, ohne ‚concerns‘. Vielleicht aus einem Gefühl heraus, dass man in der Masse anonym bleibt? Für die Datenbank ist jedoch niemand anonym, es liegt alles schriftlich vor, gespeichert für Zeiträume, die vom User nicht mehr beeinflussbar sind.

Vielleicht ist es auch das jugendliche Studenten-Image der Gründerfigur? Facebook wurde 2004 von einem Studenten namens Mark Zuckerberg an der Harvard University ins Leben gerufen. Der Name bezieht sich auf die sogenannten Facebooks mit Fotos von Kommilitonen, welche an manchen US-Colleges traditionell geführt werden.

Doch während Zuckerberg seine erste Anschubfinanzierung von USD 500’000 vom früheren Paypal-CEO Peter Thiel kam, erfolgte die zweite Finanzierungsrunde durch die Risikokapitalfirma Accel Partners, in deren Vorstand auch Gilman Louie sitzt, seines Zeichens CEO von In-Q-Tel. Diese Firma wurde 1999 von der CIA gegründet mit dem ausdrücklichen Geschäftszweck des Data-Mining.

Dr. Anita Jones, die auch im Verwaltungsrat von In-Q-Tel sass, stand gar der Abteilung für ‚Defence Research and Engineering‘ des US-Verteidigungsministeriums vor. Sie beaufsichtigte zudem die ‚Defence Advanced Research Projects Agency‘ (DARPA), deren ‚Information Awareness Office‘ (IAO) laut Selbsterklärung die Aufgabe hatte, Informationstechnologien zu entwickeln, um Terrorgefahren durch ‚total information awareness‘ (totale Überwachung) begegnen zu können.

Ein aufschlussreicher Abschnitt weit unten in Facebooks Datenschutzrichtlinien besagt denn auch Folgendes: ‚Facebook kann ferner Informationen über dich aus anderen Quellen, wie Zeitungen, Blogs, Instant Messaging-Diensten und der Verwendung der Facebook-Dienste durch andere Nutzer (z.B. Foto-Markierungen), sammeln, um dir nützlichere Informationen und ein personalisierteres Erlebnis bieten zu können.‘ Und: ‚Durch die Benutzung von Facebook erklärst du dich damit einverstanden, dass deine persönlichen Daten in die USA übermittelt und dort verarbeitet werden.'“

Quelle: Mike S. Krischker -> http://webdesign-schweiz.ch/kmu-tipp.php?tippId=53
Zugriff: 16.08.2010

  1. pgart
    September 26, 2010 um 8:20 pm

    Guten Tag,

    Scheinbar wurde der Link nicht korrekt übernommen. Ich habe „pgart“ NIE als Autor genannt. Sie sind nun aber zur Sicherheit zweimal als Autor genannt. – bitte

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